Magnetventile für Flüssigkeiten und Gase
Magnetventile, die genau dann schalten, wenn es zählt.
Das passende Magnetventil finden Sie über drei Angaben: Medium, Steuerungsart und Spule. 2/2- und 3/2-Wege-Magnetventile, direkt-, vor- und zwangsgesteuert, mit Magnetspulen für DC und AC sowie passenden Gerätesteckdosen – ein großer Teil des Sortiments ist lagernd.
Auswahl in drei Angaben
Warum STASTO
Das richtige Ventil entscheidet über die Anlage.
Ein Magnetventil öffnet oder schließt eine Leitung elektrisch – über eine Magnetspule, die einen Anker gegen Feder- und Mediendruck bewegt. Ob es in Ihrer Anlage zuverlässig arbeitet, entscheidet sich an vier Punkten: Medium (und damit Gehäusewerkstoff und Dichtung), Steuerungsart, erforderliche Druckdifferenz und Durchflussleistung sowie die Spule mit Spannung, Einschaltdauer und Schutzart.
Für jedes Medium
Druckluft, Wasser, Öl, neutrale Gase, Dampf und aggressive Medien. Gehäusewerkstoff (z. B. Messing, Edelstahl) und Dichtung (z. B. NBR, EPDM, FKM, PTFE) wählen wir passend zu Medium und Temperatur – der häufigste Grund für Ventilausfälle ist eine unpassende Dichtung, nicht das Ventil selbst.
Jede Steuerungsart
Direktgesteuert schaltet ab 0 bar und eignet sich für kleine Nennweiten und Vakuum. Vorgesteuert (servo-/membrangesteuert) bringt hohe Durchflüsse, benötigt aber eine Mindestdruckdifferenz. Zwangsgesteuert verbindet beides: großer Querschnitt, Schalten auch ohne Druckdifferenz.
Spule & Spannung passend
Magnetspulen für Gleich- und Wechselspannung (z. B. 24 V DC, 230 V AC), abgestimmt auf Einschaltdauer und Umgebung; dazu Gerätesteckdosen in gängiger Bauform mit Schutzart-Angabe im verschraubten Zustand. Spulen sind auch einzeln als Ersatzteil erhältlich.
Ab Lager statt Anlagenstillstand
Ein großer Teil der Standardbaureihen, Ersatzspulen und Steckdosen ist lagernd und kurzfristig lieferbar. Sonderausführungen, abweichende Werkstoffe und Spannungen klären wir im Projektgespräch.
Auswahlhilfe
Magnetventile verstehen: Wegefunktion, Steuerungsart, Spule.
Die wichtigsten Begriffe rund um Magnetventile im Klartext – damit Sie Datenblätter sicher lesen und die passende Baureihe schneller finden.
Steuerungsarten
- Direktgesteuert
- Der Magnetanker öffnet den Sitz unmittelbar. Schaltet ab 0 bar, also auch drucklos und im Vakuum – Querschnitt jedoch begrenzt.
- Vorgesteuert (servo-/membrangesteuert)
- Der Anker öffnet nur eine kleine Steuerbohrung, den Rest erledigt der Mediendruck. Hohe Durchflüsse bei kleiner Spule, setzt Mindestdruckdifferenz voraus.
- Zwangsgesteuert
- Anker und Membran sind mechanisch gekoppelt. Großer Durchfluss und Schalten auch ohne Druckdifferenz oder bei schwankendem Druck.
- Faustregel
- Kleine Menge oder kein Druck → direktgesteuert; viel Durchfluss mit sicherem Druck → vorgesteuert; viel Durchfluss ohne sicheren Druck → zwangsgesteuert.
Wegefunktion & Schaltstellung
- 2/2-Wege
- Ein- und Ausgang, Funktion als Absperrventil: auf oder zu.
- 3/2-Wege
- Zusätzlicher Entlüftungs- bzw. Rücklaufanschluss: Verbraucher beaufschlagen oder entlasten – z. B. einfachwirkende Zylinder und Stellantriebe.
- NC – stromlos geschlossen
- Ohne Strom hält die Feder das Ventil geschlossen. Sichere Absperrung bei Netzausfall, z. B. Wasser- oder Gaszufuhr.
- NO – stromlos offen
- Ohne Strom offen, unter Spannung geschlossen. Sinnvoll, wenn ein Kreislauf bei Stromausfall offen bleiben soll, z. B. Kühlung oder Entlastung.
Spule, Steckdose, Werkstoffe
- Spannung
- Gängig sind 24 V DC und 230 V AC, daneben u. a. 12 V DC, 48 V oder 110 V – passend zur Steuerung wählen.
- Einschaltdauer (ED)
- Ventile, die dauerhaft unter Spannung stehen, brauchen eine für 100 % ED ausgelegte Spule.
- Gerätesteckdose & Schutzart
- Die Schutzart (üblich IP65) gilt nur mit korrekt montierter und verschraubter Steckdose samt Dichtung; Ausführungen mit Beschaltung z. B. mit LED-Anzeige oder Entstörung.
- Dichtung & Gehäuse
- NBR für Wasser, Luft, Mineralöl; EPDM für Heißwasser, Dampf und wässrige Chemikalien; FKM für Öle und höhere Temperaturen; PTFE für aggressive Medien. Messing als Standard, Edelstahl bei Korrosion oder Lebensmittelkontakt.
Direkt-, vor- oder zwangsgesteuert
Steuerungsarten im Vergleich.
Die Steuerungsart entscheidet, ob ein Magnetventil auch drucklos schaltet und welchen Durchfluss es erreicht.
| direktgesteuert | vorgesteuert | zwangsgesteuert | |
|---|---|---|---|
| Schalten ab 0 bar / drucklos | ja, auch im Vakuum | nein, Mindestdruckdifferenz nötig | ja, auch bei schwankendem Druck |
| Durchfluss / Querschnitt | begrenzt, kleine Nennweiten | hoch bei kompakter Spule | hoch |
| Funktionsprinzip | Anker öffnet den Sitz direkt | Anker öffnet Steuerbohrung, Mediendruck schaltet | Anker öffnet Membran mechanisch mit |
| Typische Anwendung | Dosieren, Analyse, kleine Mengen | Wasser- und Luftkreisläufe mit sicherem Druck | druckloser Start, wechselnde Druckverhältnisse |
| Kategorie (2/2-Wege) | 2/2-Wege direktgesteuert | 2/2-Wege vorgesteuert | 2/2-Wege zwangsgesteuert |
Sortiment
Finden Sie Ihre Baureihe.
Magnetventile für Flüssigkeiten und Gase – sortiert nach Wegefunktion und Steuerungsart, dazu Spulen und Gerätesteckdosen.
Einsatzbereiche
Überall, wo Medien gesteuert werden.
Von der Dosieranlage bis zur mobilen Maschine: Magnetventile schalten Luft, Wasser, Öl, Gase und Dampf – entscheidend sind Medium, Druck und Werkstoff.
Maschinen- & Anlagenbau
Steuern von Luft, Wasser, Kühl- und Hydraulikmedien in Maschinen, Vorrichtungen und Kühlkreisläufen.
Verfahrenstechnik
Dosieren, Absperren, Spülen und Takten in Prozess- und Dosieranlagen; häufig direktgesteuert wegen kleiner Mengen und geringer Drücke.
Lebensmittel & Wasser
Trinkwasser, Reinigungs- und Abfüllprozesse mit medienkonformen Werkstoffen und Dichtungen; auf Wunsch mit Werkstoffnachweis.
Chemie & Prozess
Aggressive Medien mit beständigen Gehäusewerkstoffen und Dichtungen; Auswahl anhand von Medium, Konzentration und Temperatur.
Druckluft & Dampf
Schalten von Druckluft in der Pneumatik sowie Dampf in Reinigungs- und Wärmeprozessen; hier zählen Temperaturgrenze und Dichtungswerkstoff.
Mobile Maschinen
Robuste Ventile und Spulen für Fahrzeug-, Anbaugeräte- und Nutzfahrzeugtechnik, ausgelegt auf Vibration, Feuchte und Bordspannung.
Vorgehen
In drei Schritten zum richtigen Magnetventil.
Von der Anwendung über Ventil und Spule bis zur Lieferung – so kommen Sie schnell zur passenden Baureihe.
Anwendung klären
Medium und Temperatur, Betriebs- und Differenzdruck, benötigter Durchfluss, Anschlussgröße sowie Schaltfunktion (NC oder NO) festhalten.
Ventil & Spule wählen
Wegefunktion und Steuerungsart bestimmen, Gehäusewerkstoff und Dichtung zum Medium wählen, dann Spule (Spannung, Einschaltdauer, Schutzart) und Gerätesteckdose ergänzen.
Ab Lager liefern
Lagernde Baureihen gehen kurzfristig raus; Sonderwerkstoffe, abweichende Spannungen und Sonderausführungen auf Anfrage.
Häufige Fragen
Welches Medium müssen Sie schalten?
Antworten zu Steuerungsart, Wegefunktion, Schaltstellung, Spule, Werkstoff und Nennweite.
Direkt-, vor- oder zwangsgesteuert – wann brauche ich was?
Faustregel: kleine Menge oder kein Druck → direktgesteuert; viel Durchfluss mit sicherem Druck → vorgesteuert; viel Durchfluss ohne sicheren Druck → zwangsgesteuert. Direktgesteuerte Magnetventile öffnen den Sitz unmittelbar über den Magnetanker und schalten ab 0 bar, also auch drucklos und im Vakuum, sind aber im Querschnitt begrenzt. Vorgesteuerte (servo-/membrangesteuerte) Ventile nutzen den Mediendruck: Der Anker öffnet nur eine kleine Steuerbohrung, den Rest erledigt die Druckdifferenz – das ergibt große Durchflüsse bei kleiner Spule, setzt aber die im Datenblatt angegebene Mindestdruckdifferenz zwischen Ein- und Ausgang voraus. Zwangsgesteuerte Ventile koppeln Anker und Membran mechanisch und schalten deshalb auch ohne Druckdifferenz bei weiterhin großem Durchfluss.
Was ist der Unterschied zwischen 2/2-Wege und 3/2-Wege?
Ein 2/2-Wege-Magnetventil hat Ein- und Ausgang und arbeitet als Absperrventil: auf oder zu. Ein 3/2-Wege-Ventil hat zusätzlich einen Entlüftungs- bzw. Rücklaufanschluss und kann den Verbraucher wahlweise mit Druck beaufschlagen oder entlasten. Die erste Zahl nennt dabei die Anschlüsse, die zweite die Schaltstellungen. 3/2-Wege-Ventile sind typisch für einfachwirkende Zylinder, pneumatische Schwenkantriebe und die Vorsteuerung größerer Prozessventile.
Was bedeutet stromlos geschlossen (NC) und stromlos offen (NO)?
NC (normally closed) heißt: Ohne Strom hält die Feder das Ventil geschlossen, erst das Anlegen der Spannung öffnet es. NO (normally open) ist umgekehrt – ohne Strom offen, unter Spannung geschlossen. Entscheidend ist die sichere Stellung bei Stromausfall: Soll die Leitung bei Netzausfall dichtmachen (z. B. Wasser- oder Gaszufuhr), wählen Sie NC; soll ein Kreislauf offen bleiben (z. B. Kühlung, Entlastung), wählen Sie NO. Bei überwiegend geöffneten Ventilen spart die passende Funktion zudem dauerhafte Spulenerwärmung und Energie.
Welche Spule, welche Spannung und welche Schutzart brauche ich?
Die Spule muss zur Steuerung passen: gängig sind 24 V DC und 230 V AC, daneben u. a. 12 V DC, 48 V oder 110 V. Prüfen Sie außerdem die Einschaltdauer – Ventile, die dauerhaft unter Spannung stehen, brauchen eine für 100 % ED ausgelegte Spule. Die Schutzart (üblich IP65) gilt nur mit korrekt montierter und verschraubter Gerätesteckdose samt Dichtung. Steckdosen gibt es mit Beschaltung (z. B. LED-Anzeige, Entstörung), was bei elektronischen Steuerungen und langen Leitungen sinnvoll ist. Spulen und Steckdosen sind einzeln als Ersatzteil erhältlich – ein defektes Ventil muss selten komplett getauscht werden.
Welcher Werkstoff und welche Dichtung passen zu meinem Medium?
Grobe Orientierung: NBR für Wasser, Luft und Mineralöl bei moderaten Temperaturen, EPDM für Heißwasser, Dampf und viele wässrige Chemikalien (nicht für Mineralöl), FKM für Öle, Kraftstoffe und höhere Temperaturen, PTFE für aggressive Medien. Beim Gehäuse ist Messing der Standard für Wasser und Luft, Edelstahl die Wahl bei Korrosion, Lebensmittelkontakt oder Reinigungsmedien. Entscheidend sind immer Medium, Konzentration, Temperatur und Reinigungsverfahren – nennen Sie uns diese vier Angaben, dann prüfen wir die Beständigkeit anhand des Herstellerdatenblatts.
Wie wähle ich Nennweite und Anschlussgröße richtig?
Nicht nach der Rohrleitung, sondern nach dem benötigten Durchfluss und dem zulässigen Druckverlust – maßgeblich ist der Kv-Wert des Ventils, nicht das Gewindemaß. Ein zu groß gewähltes Ventil ist teurer und schaltet bei vorgesteuerter Bauart womöglich unsauber, ein zu klein gewähltes erzeugt Druckverlust und Erwärmung. Prüfen Sie zusätzlich Einbaulage, zulässigen Betriebsdruck, Schalthäufigkeit und – bei Flüssigkeiten – die Fließrichtung, die bei Magnetventilen vorgegeben ist. Bei mehreren zu schaltenden Kanälen lohnt der Blick auf Magnetventilbatterien und -inseln.
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Verfügbarkeit
Lagernd, wenn es schnell gehen muss.
Ein defektes Ventil oder eine durchgebrannte Spule legt schnell eine ganze Linie still. Deshalb halten wir einen großen Teil der Standardbaureihen samt Ersatzspulen und Gerätesteckdosen verfügbar.
Standardbaureihen ab Lager
Ein großer Teil der 2/2- und 3/2-Wege-Magnetventile ist lagernd und kurzfristig lieferbar.
Ersatzteile einzeln
Magnetspulen und Gerätesteckdosen erhalten Sie separat – ein defektes Ventil muss selten komplett getauscht werden.
Sonderausführungen
Abweichende Werkstoffe, Dichtungen und Spannungen klären wir im Projektgespräch; Lieferzeit je nach Variante und Serie auf Anfrage.
Auslegung inklusive
Nennen Sie Medium, Temperatur, Drücke, Durchfluss und Steuerspannung – wir nennen Ihnen Baureihe, Spule und Steckdose.
Beratung
Unsicher bei Medium, Druck oder Spule? Wir legen mit Ihnen aus.
Schicken Sie uns Medium, Temperatur, Betriebs- und Differenzdruck, Durchfluss, Anschluss und Steuerspannung – wir nennen Ihnen die passende Baureihe inklusive Spule und Gerätesteckdose sowie die Verfügbarkeit.